Spanische Weine Almaz y Crapula

Wissenswertes über spanischen Wein

Spanien gehört neben Frankreich und Italien zu den drei führenden Weinbaunationen der Welt.

Jährlich werden rund 40 Millionen Hektoliter aus mehr als 1.000.000 Hektar Rebland gekeltert.

Der Weinbau der Iberischen Halbinsel kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. 3000 Jahre vor Christus wurden hier bereits Wein erzeugt.

Klima und Bodenverhältnisse

Die Landschaft der Iberische Halbinsel ist bestimmt durch Erhebungen und Täler und wird durchzogen von Flüssen, wie dem Duero, dem Ebro und dem Tajo. Die das Wasser für die Weingärten liefern und sich auch auf das lokale Klima auswirken.

Grob lässt sich Spanien in drei Klimazonen einteilen:

  • Der kühle, grüne Norden mit grossen Niederschlagsmengen, heissen Sommern und kalten Wintern.
    Dazu gehören Aragonien, Galizien, Katalonien (Pyränäen), Navarra und La Rioja.
  • Das Zentralplateau mit den Weinbaugebieten der Extremadura und La Mancha, dessen Klima von heißen Sommern und sehr kalten Wintern und durchgängiger Trockenheit geprägt ist.

  • Und schließlich die im Süden gelegenen Küstenregionen mit ebenfalls heißen Sommern und wenig Niederschlägen, jedoch mit kühlenden, feuchten Meeresbrisen. Zu dieser Klimazone gehören die Weinbaugebiete Andalusiens, Katalonien (Küstenregion) und Levante.

Wichtige Rebsorten in Spanien

In Spanien werden etwa 250 verschiedenen Rebsorten kultiviert. Weinfreunden ist die Iberische Halbinsel als Rotweinland bekannt obwohl die Hälfte der Anbaugebiete mit weißen Sorten bestockt ist, woraus unter anderem auch der hervorragende Cava hervorgeht.

Zu den weißen Rebsorten gehören Verdejo, die Traube ist extrem sauerstoffempfindlich, also wird sie wegen der Kälte nachts gelesen, wenn hohe Qualitäten erreicht werden müssen. Verdejo sollte meist jung getrunken werden; Top-Qualitäten haben ein gutes Gerüst zum Reifen und entwickeln nach einigen Jahren in der Flasche einen nussig-cremigen Charakter.
Die Traube wird meistens zusammen mit den Rebsorten Palomino und Macabeo, sowie zunehmend mit Sauvignon Blanc zu einem trockenen, frischen Weißwein verarbeitet.

Dominierend ist auch die weiße Rebsorte Airen, bekannt auch unter den Bezeichnungen Burra Blanca, Forcallat oder Manchega. Sie wird als Grundlage für Branntweine verwendet. Oder aber auch als Verschnittpartner für Macabeo oder zu einem sehr hellen Rotwein mit Tempranillo verschnitten.
Weitere weiße Rebsorten sind Albarino und Pardillo.

Für weiße Cavas sind die Sorten Parellada, Xarel·lo, Macabeo, Subirat (Malvasia Riojana), Chardonnay zugelassen.

Die spanischen Rotweine sind weit über die Landesgrenze hinaus bekannt.
Für den Qualitätsweinbau spielen Rebensorten wie Garnacha, Monstrell, Mencia, Cabernet Sauvignon und allen voran Tempranillo eine wichtige Rolle.
Da sie in den viel gelobten Rotweinen aus der Anbau Region Rioja eine tragende Rolle spielt.

Das Qualitätssystem

2009 wurde von der EU neue Regelungen für Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen erlassen.
Regelungen zu Rebsorten, Ertrag und Herstellung werden in Spanien vom Instituto Nacional de Denomucaciones de Origen (INDO) erlassen. Jedes DOP-Gebiet hat zusätzlich eine eigene Aufsichtsbehörde.

Vino

Tafelwein. Das Lesegut darf aus unterschiedlichen Landesteilen stammen. Auch ist es erlaubt verschiedene Anbaugebiete zu verschneiden. Herkunftsregion, Rebsorte und Jahrgang dürfen nicht auf dem Etikett stehen.

Vino de la Tierra (VT)

Landwein. Das Prädikat gilt für gebietstypische Weine und macht qualitative Vorgaben

IGP

Mit gesamten Namen heißt die Qualitätsstufe IGP Indicacion Geografica Protegida und bezeichnet einen Landwein. Auf dem Etikett müssen die Rebsorten und die Herkunftsregion klar definiert werden.

DOP

Denominacion de Origen Protegida ersetzt die früher bestehenden Bezeichnungen DO und DOCa.
Erzeugung und Verarbeitung der Weine müssen in einem bestimmten Herkunftsgebiet erfolgen, das auf dem Etikett angegeben ist. Darüber hinaus gelten Regelungen zu zugelassen Rebsorten,  Alkoholgehalt und Reife. Dazu gibt es Ertragsobergrenzen und die Weine müssen sich einer analytischen und sensorischen Prüfung unterziehen.

Vino de Pago

Qualitätsstufe für Außerordenliches, für Weine eines hervorragenden Weinberges oder ausgezeichneter Einzellage (Pago). Dieses Prädikat ist als absolute Spitze der Qualitätsstufen eingeführt. Voraussetzung für die Einstufung als Vino de Pago ist, dass der Wein die spezifische Charakteristik der jeweiligen Lage zum Ausdruck bring und damit unverwechselbar ist.

Die verschiedenen Reifegrade spanischer Weine

In Spanien kommen die meisten Weine zum Zeitpunkt ihrer Trinkreife auf den Markt. Daher gibt es für die unterschiedlichen Weintypen Regelungen zur Reifezeit, die entsprechend auf dem Etikett bezeichnet werden müssen und Aufschluss über den Grad der Reife des jeweiligen Weines geben.

Joven

Die Bezeichnung Joven oder Vino Joven steht für einen spanischen Jungwein.
Der nicht oder nur kurz (bis zu sechs Monate) im Fass gereift und jung getrunken werden sollte. Diese Weine kommen im Jahr nach der Lese auf den Markt.

Crianza

Weine die mindestens zwei Jahre gereift sind bevor sie auf den Markt kommen.
Die Regelung besagt, dass diese Weine sechs Monate im Holzfass und 18 Monate in der Flasche reifen.
Abweichungen in einigen DOPs sind durchaus möglich und längere Lagerfristen sind grundsätzlich zulässig. Während für einen Crianza in der D.O. Toro sechs Monate im Barrique vorgesehen sind, muss es in D.O. Rioja ein Jahr sein.

Reserva

Eine Reifezeit von 36 Monaten ist für die Bezeichnung Reserva Voraussetzung.
Davon mindestens ein Jahr im Holzfass gelagert und anschließend zwei weitere Jahre in der Flasche.
Ein weißer Reserva dagegen muss mindestens sechs Monate im Fass und 18 Monate in der Flasche gelagert worden sein, ehe er auf den Markt kommt.
Zusätzlich gilt, dass nur Weine, die aus einer DOP oder einem Vino de Pago-Bereich stammen, diese Bezeichnung tragen dürfen.

Gran Reserva

Nach mindestens 60 Monaten Reifezeit darf ein spanischer Rotwein die Bezeichnung Gran Reserva auf dem Etikett tragen. Mindestens 18 Monate davon muss er im Barrique gelagert worden sein. Auch hier gilt, dass die Bezeichnung Gran Reserva nur von Weinen aus DOP- und Vino de Pago-Bereichen verwendet werden darf.
Weißweine mit der Bezeichnung Grand Reserva müssen mindestens sechs Monate Fasslagerung aufweisen und mindestens 42 Monate in der Flasche gereift sein.